Wie entsteht Sucht?

 

Um seine Alkoholsucht erfolgreich zu bekämpfen benötigt jeder eine Aufarbeitung seines bisherigen Lebens. Ob ein Mensch alkoholabhängig wird hängt im Wesentlichen von seiner Entwicklung und dem Charakter eines Menschen ab. Für eine glückliche Abstinenz ist diese Aufarbeitung unbedingt erforderlich!!!!!

Ein Erfahrungsbericht von Marita Tolle

Jeder Mensch ist ein "Produkt" seiner Erziehung. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, dass das auch auf unsere Eltern zutrifft. Jeder von uns ist geprägt von seiner Lebenserfahrung. Wenn unsere Eltern in ihrer Kindheit "Defizite" erfahren mussten, haben diese auch auf ihr Leben und ihre Erziehungsmethoden Auswirkungen gehabt.

Jeder Mensch benötigt für eine gesunde Entwicklung Liebe, etwas zu Essen, Verständnis, und das alles richtig dosiert. Ein Kind, welches immer vernachlässigt wird und damit nicht genug Liebe bekommt, wird genauso viele Schwierigkeiten haben sein Leben zu meistern, wie ein Kind, welches nur verwöhnt wird und dem keine Grenzen aufgezeigt werden.

Viele Menschen die mit Defiziten in ihrer Entwicklung leben, verfügen über wenig Selbstbewusstsein. Sie versuchen dieses mit Aufopferung zu kompensieren. Sie tun alles, um die Menschen, die sie lieben, glücklich zu machen,  um damit fehlende Liebe zurück zu bekommen. Viele leiden auch unter extremen Verlustängsten.

Zudem verfügen die zumeist sehr sensiblen Menschen über viel Empathie  im Umgang mit anderen Menschen. Sie sind wesentlich einfühlsamer als  unsensible Menschen. Das ist  eine Charaktereigenschaft, die angeboren wird. Es ist eine sehr schöne Eigenschaft, schränkt aber sein eigenes Leben sehr ein.

Sucht kommt  von suchen und wer mit Suchtmitteln wie Alkohol und Drogen in Kontakt kommt, sollte sich genau beobachten.
Stellt sich dabei trotz der Nebenerscheinungen wie ein Kater ein Zufriedenheitsgefühl ein ( man fühlt sich wohler als vorher, man ist auf einmal so, wie man immer sein wollte) ist die Gefahr sehr groß, dass man irgendwann abhängig wird.

Das Zufriedenheitsgefühl führt dazu, dass man das Suchtmittel erneut konsumiert. Je öfter das passiert, je mehr wird man irgendwann benötigen, um dieses Gefühl zu erreichen. Es entsteht eine sogenannte Toleranzgrenze.

 

Der Alkoholgenuss kann dazu führen, dass man irgendwann schon morgens anfängt zu trinken. Man wird zu einem Spiegeltrinker. Es gibt aber auch Alkoholiker die den Kontrollverlust erleben. Das ganze hat nichts mit einem Filmriss zu tun. Sobald man nur einen Schluck Alkoholol zu sich nimmt, muss man trinken, bis man betrunken ins Bett fällt. In diesem Fall muss der Abhängige nicht gleich am nächsten Morgen wieder anfangen mit dem Trinken. In vielen Fällen trinken diese Menschen tagelang nichts. Sie dürfen eben nicht den 1. Schluck nehmen.

 

Es bringt keinem etwas, als Entschuldigung für eine Sucht nur seine Kindheit zu sehen und es dabei zu belassen. Man muss sein Leben aufarbeiten und einen neuen Sinn geben, um eine zufriedene Abstinenz ohne das Suchtmittel zu errreichen.

Kein Mensch braucht sich seiner Sucht zu schämen, schämen muss man sich nur, wenn man nichts dagegen unternimmt.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade die Menschen, die selbst sehr zu dem Genuss von Alkohol  neigen, jedoch nicht abhängig geworden sind,  einem Alkoholkranken das größte Unverständnis entgegenbringen. Anstatt sich zu freuen, dieser Tortur des Entzuges entgangen zu sein, verhalten sie sich auch noch herablassend. Alles ein Zeichen der mangelnden  Empathie. Da bleiben wir doch lieber wie wir sind.

 

        

 

 

 

 

 

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